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Karin Brose/Wolfgang PfaffeSurvival fĂŒr Lehrer. Göttingen, 2009

Die leicht lesbaren 160 Seiten wenden sich an StudienanfĂ€nger (sic), die kapieren sollen, was auf sie zukommen wird, wenn sie sich nicht konsequent von den Luschen distanzieren, die die 68er-Bewegung hervorgebracht habe. Fester Blickkontakt und Kollektivstrafen sind dabei ebenso angeraten wie der Verzicht darauf, HauptschĂŒler mit Kultur zu quĂ€len. Im Ganzen kommt dabei ein ziemlich ideologisches Gemisch aus Gymnasialpoesie und Parteipolitik heraus. Die Empfehlung, Braunkohle zu nutzen statt Einheitsschulen zu grĂŒnden, klingt wie frisch vom Stammtisch und die Pointe am Schluss, all denen zu gratulieren, die sich als Leitwolf begreifen, lĂ€sst mich darĂŒber grĂŒbeln, warum das Buch es in die zweite Auflage geschafft hat. Wahrscheinlich wegen der vielen positiven Rezensionen im Netz.

Es mag sein, dass das Buch auch viele Alltagssituationen in Schulen beschreibt, ĂŒber die gute Reflexion im Vorfeld des Lehrerberufs wirklich lohnt. Doch statt Tipps aus der Tierwelt  fĂŒrs Überleben in der Schule sĂ€he man doch auch ganz gern passende  pĂ€dagogische AnsĂ€tze fĂŒr ein Schulleben, das sich heute  grĂŒndlich von 1968 unterscheidet. Und Ideen, wie man mit Strukturen umgeht, unter denen auch Frau Broses Leitwölfe abschnallen. bh


Thesen fĂŒr einen mutigen Protestantismus der Zukunft

Die „stille, tiefgrĂŒndige Konzentration“, die FlĂŒgge in mancher protestantischer Kirchenmusik findet, habe die protestantische Kirche lĂ€ngst gegen schwachsinnigen Pop, MittelmĂ€ĂŸigkeit und zur GĂ€nze ĂŒberflĂŒssige Predigten getauscht; evangelische Kirche  sei feige, langweilig, am Ende, tot. Sowieso glaube keiner, auch nicht die Theologen, an die Auferstehung und niemand habe ihm je neue Wege der Reformation gezeigt.  FlĂŒgge schreibt dieses Buch, damit ihm jemand widerspricht.

Zum Inhalt des Buchs kann ich nur sagen: mag sein. Zur EinschĂ€tzung FlĂŒgges der Heiligen Schrift allerdings: nö. Nein, die große ErzĂ€hlung der Bibel ist weder langweilig noch ĂŒberholt. Sie könnte uns noch zur Umkehr bewegen, bevor wir endgĂŒltig auf den Abgrund von Habgier, Unrecht, Dummheit und SelbstĂŒberschĂ€tzung zurasen.

FlĂŒgge hat in Vielem recht mit seinem Kirchen-Bashing. Was aber stört, ist sein fester Glaube an ausschließliche Machbarkeit. Zu fragen wĂ€re, ob Reformation wirklich heißt: alles selber machen. Protestantisch könnte auch sein: den Segen zu haben, jenseits des Machbaren auf das Handeln Gottes zu vertrauen. Das man sich darĂŒber hinaus ethisch sinnvoll verhalten und sich nachhaltig fĂŒr eine bessere Welt einsetzen soll, ist sowieso selbstverstĂ€ndlich und kein Alleinstellungsmerkmal der Kirche.  bh


Schule und Islam. Sondieren, abwĂ€gen, handeln – wie sich 90 Alltagskonflikte lösen lassen. (VBE) Berlin, 2019

Wenige BĂŒcher gibt es, die so kenntnisreich, freundlich und kritisch zugleich auf Konflikte mit islamischen LebensĂ€ußerungen in der Schule schauen. Statt Konflikte zu vermeiden, benennt Spenlen etliche typische aus dem Schulalltag. Wie geht man damit um, wenn muslimische MĂ€nner der Lehrerin den Handschlag verweigern, weil eine solche Handlung von manchen Imamen als SittengefĂ€hrdung gesehen wird, wie geht man damit um, wenn muslimische MĂ€dchen, aus Ă€hnlichen GrĂŒnden, nicht mit auf Klassenfahrt dĂŒrfen? Spenlen erlĂ€utert religöse HintergrĂŒnde, bewertet Koranauslegungen und spricht Empfehlungen aus, weise mit entstehenden Konflikten umzugehen. Dabei findet er sowohl harte Worte fĂŒr verfassungsfeindliche ReligiositĂ€t, als auch liberale Lösungen fĂŒr religiöse GefĂŒhle, die man nicht diskutieren sollte. Wichtig ist ihm auch zu zeigen, dass nicht nur der Islam, sondern auch das Christentum in bestimmten gesellschaftlichen Kontexten  Konflikte erzeugt (hat). Der konfessionelle Religionsunterricht erscheint Spenlen nicht mehr zeitgemĂ€ĂŸ. Sein Ansatz ist, dass eine gesunde Gesellschaft  Andersartigkeit lernen muss auszuhalten, soweit Grundrechte dabei nicht verletzt werden. bh


Hat Jesus Fußball gespielt? Ffm (FĂŒr: Lesen in Gottes Welt), 2019

Das 61 Seiten umfassende, liebenswĂŒrdig illustrierte Bilderbuch fĂŒr ErstleserInnen erzĂ€hlt von einer kleinen Kindergruppe, deren Fußball beim unfreundlichen Nachbar im Garten landet und dort zunĂ€chst auf Nimmerwiedersehen einkassiert wird. Die Kinder erinnern sich an eine Geschichte ĂŒber Jesus und finden bessere Methoden, ihrem Ärger Luft zu machen, als sich zu rĂ€chen. Am Schluss geht alles gut aus und das HĂŒndchen der betagten  Witwe des inzwischen verstorbenen Nachbarn wird zur Zufriedenheit aller von den Kindern ausgefĂŒhrt.  - Plot und Stil sind politisch korrekt und  in ihrer NaivitĂ€t gewiss ein gut gemeintes  Gegenmodell zu Ballerspielen im Netz. Aber insbesondere der ZachĂ€us-Bezug wirkt konstruiert – man fĂŒhlt den pĂ€dagogischen Plan des Buchs zu sehr. Poesie ĂŒber biblische Texte ist halt eine  Kunst fĂŒr sich. bh


Tyll. TB. Reinbeck, 2019

ZunĂ€chst irritiert darĂŒber, dass die semi-historische Figur Till Eulenspiegel einfach in das Jahrhundert des 30jĂ€hrigen Krieges verpflanzt wurde, kann man beim Lesen doch immer mehr nachvollziehen, wie gut Tyll in diese Zeit tatsĂ€chlich hineingepasst hĂ€tte.

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Angekommen. Vier KInder erzÀhlen von ihrem ersten Jahr in Deutschland. 2016

Die vier Geschichten ĂŒber Kinder, die aus ihrem fernen Zuhause fliehen mussten und nun in Deutschland wohnen, drehen auf wohltuende Weise die Perspektive um:

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Martin Luther King. Ditzingen, 2018

Die kurze Biographie ĂŒber Martin Luther King ist bestens fĂŒr SchĂŒlerInnen und SchĂŒler geeignet, die ĂŒber den BĂŒrgerrechtler referieren wollen.

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Ein ganz anderer Gott

Auf 69 Seiten gelingt es dem NiederlĂ€nder Dick Boer, nicht nur ein Bild des Außenseiters Barth zu zeichnen, sondern auch, dessen Grundgedanken als relevant fĂŒr uns darzustellen.

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Karl. Barth entdecken.Neukirchen-Vluyn, 2000.

Der Untertitel „Genies fĂŒr junge Leute“ beschreibt das Programm der Buchreihe: die BĂŒcher sollen lesbar, knapp und pointiert sein, und ...

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Gegen den Mainstream der Hitlerzeit. Der Wuppertaler Theologe Helmut Hesse (1916-1943). Wuppertal, 2018.

Ein Buch ĂŒber den fast exakt vor 75 Jahren im KZ verstorbenen Helmut Hesse war noch einmal fĂ€llig.

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JĂ€ger, Hirten, Kritiker. MĂŒnchen, 2018.

Von vornherein sympathisch, dass jemand statt bloßer Problemanzeige eine Utopie und Optimismus wagt, denn das ist viel angreifbarer.

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Imperium. Roman. Köln, 2012

Dieser Roman ist etwas fĂŒr Leute, die diesen Satz lieben: „..Ein kleiner, nacker Junge saß auf dem Rasen und pustete Seifenblasen in die Luft, die sich auf Engelhardts Schultern niedersetzten, um dort, ermattet und unspektakulĂ€r, gleich einer von einem zweitklassigen Romancier bemĂŒhten Metapher en miniature, ihr kurzes Laugenleben auszuhauchen.“

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Worauf es ankommt. Leipzig, 2018.

Als „Laienbibel“ haben Reformatoren einen Katechismus gern verstanden: eine in Frage-und-Antwort-Form geschriebene Handreichung ĂŒber die entscheidenden Glaubensfragen der Bibel. Dass es sich dabei...

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Dietrich Bonhoeffer. Der verklĂ€rte Fremde. Eine Biografie. GĂŒtersloh, 2015.

Die intensive knapp 600 Seiten umfassende Biographie konzentriert sich vor allem auf die seelische Verfassung Bonhoeffers und die BeweggrĂŒnde fĂŒr seinen theologischen Wandel.

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Losung des Tages

Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!
Psalm 25,5

Einer ist euer Lehrer: Christus.
MatthÀus 23,10

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